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Mitglieder- versammlung des Fördervereins am 27. Juni um 19.00 Uhr im Aufenthaltsraum der Schule

   

ODER: „Berlin, here we go“

Ich möchte diesen Bericht gerne mit einem der Situation angemessenen Zitat beginnen, einem Zitat, das dem vierstündigen Gemeinschaftskundekurs und dessen Beweggründe, den langen Weg in die Hauptstadt auf sich zu nehmen, gerecht wird: „Berlin, here we go.“ So singt es die Band Bullmeister in einem 2011 erschienenen Hit und diese Zeile beschreibt eigentlich beinahe perfekt die zu Beginn unseres Ausflugs herrschende Atmosphäre. Es lag Aufbruchsstimmung in der Luft, der Großstadtdschungel schien zu rufen und nach uns zu verlangen, uns, dem GK4-Kurs der K1 des Kreisgymnasiums Hochschwarzwald zusammen mit unseren Lehrern Herrn Heinrich und Frau Sing. Es war nicht nur eine Exkursion, bei der wir das politische System Deutschlands und unsere Demokratie besser kennenlernen sollten, wenn auch dies natürlich absolut im Vordergrund stand. Eine Exkursion in die Hauptstadt (rund 3,5 Millionen Einwohner) hat natürlich auch noch andere Reize: Für uns, die nun wirklich keine Großstädte gewohnt sind, leben wir doch allesamt in „Ein paar tausend Seelen“-Dörfern, hat so ein Ausflug im Allgemeinen etwas sehr Aufregendes und deshalb freuten wir uns auf die drei Tage Berlin, die uns, als wir am Mittwochmittag in Neustadt in den Zug stiegen, erwarteten.

Als wir gegen 22 Uhr in Berlin Hauptbahnhof ankamen, waren wir erst einmal allein von dessen Größe überwältigt, dabei war das erst der Anfang, denn morgen würden wir noch deutlich mehr zu sehen bekommen. Donnerstagmorgen startete nach dem Frühstück um acht Uhr das Programm. Erster Punkt auf unserer Tagesliste war der obligatorische Besuch des Deutschen Bundestags mit Tribünenplatz für die ersten 50 Minuten der Debatte um das „Asylpaket 2“ und anschließender Besichtigung der Kuppel, die glücklicherweise trotz Regen geöffnet hatte.

Nicht zu vergessen natürlich das Treffen mit dem Abgeordneten unseres Wahlkreises Thomas Dörflinger (CDU), der unsere Gruppe freundlicherweise empfing, um Rede und Antwort zu stehen zu aktuellen Themen wie der Griechenlandkrise, EU-Politik, Flüchtlingsdebatte, aber auch private Fragen, wie beispielsweise nach der Vereinbarkeit seines Berufes mit der Familie und der Kombination der Arbeit im Bundestag mit der Arbeit im Wahlkreis. Für uns war das Treffen mit Herrn Dörflinger eine tolle Gelegenheit, die wir gerne nutzten und für die wir sehr dankbar waren.

Es folgte ein Mittagessen im Paul-Löbe-Haus, bei dem es (wie glücklicherweise auch an den restlichen Tagen in den anderen Häusern) sogar für die Veganer der Gruppe eine Option gab. Nachdem wir auf dem Weg durch die Stadt in einen kurzen Hagelschauer geraten waren, fanden wir uns am Nachmittag im Deutschen Dom für ein Planspiel wieder, bei dem wir selbst in einem nachgebauten, kleinen Bundestag als verschiedene Fraktionen über einen Gesetzentwurf der „Grünen“ zur Legalisierung von weichen Drogen debattierten. Das Ganze machte großen Spaß und der komplette Kurs war mit vollem Elan dabei.

Nach dem Besuch des Deutschen Doms und dem restlichen Nachmittag, der uns freigestellt worden war, fanden wir uns kurz vor 19 Uhr vor dem Bundeskanzleramt zusammen, um eben dieses zu besichtigen.

Dort sahen wir dann zum zweiten Mal an diesem langen Donnerstag (das erste Mal im Bundestag) unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel, dieses Mal aus wenigen Metern Entfernung und wir hatten sogar die Möglichkeit ihr ein kurzes „Hallo!“ zuzurufen, das sogar mit einem freundlichen „Hallo!“ und einem kleinen Angela-Lächeln beantwortet wird. Danach ist die ganze Gruppe erst mal kurz ein wenig aus dem Häuschen, doch bald fingen wir uns wieder und die Besichtigung wurde fortgesetzt.

Am nächsten Morgen starteten wir wieder in aller Frühe und machten uns auf zum Bundesfinanzministerium, wo uns eine interessante Führung erwartete, bei der auch der sehr spannende geschichtliche Hintergrund des Gebäudes, das zur Zeit des Hitler-Regimes als Residenz des Reichsluftfahrtministeriums gebaut worden war, beleuchtet wurde. Danach gab es eine Präsentation über das Ministerium an sich und Finanzen im Allgemeinen.

Anschließend fuhren wir mit dem Bus zur Botschaft von Baden-Württemberg, bei der Herr Dörflinger unserem Kurs freundlicherweise ein Essen spendierte. Auch dort gab es nach Maultaschen und Kartoffelsalat einen Vortrag über die Aufgaben der Botschaft sowie den Bundesrat.

Der Nachmittag stand uns dann wieder frei und unsere Gruppe verbrachte ihn mit Besichtigung des Brandenburger Tors, einem kleinen Abstecher in die Eingangshalle des Hotel Adlon, einem kurzen Ausflug in das Alexa-Shoppingcenter, einem Abstecher zu einer der vermutlich mit bekanntesten Dönerbuden Berlins und einem kleinen nepalesischen Restaurant in der Nähe des Mehringhof Theaters. Eben dort ließ der ganze Kurs den Abend schließlich mit dem Besuch des Kabarettprogramms von Jockel Tschiersch „Klassenclown mit 60“ ausklingen, bevor es am Samstagmittag zurück in den Schwarzwald ging.

Insgesamt war die Exkursion nach Berlin für uns alle als Gruppe eine tolle und spannende Erfahrung, außerdem eine Motivation für unsere letzten drei Halbjahre in der Schule und wir alle hatten viel Spaß.

Selbst, als wir schon auf dem Rückweg waren, ging mir nicht aus dem Kopf, was der Mann vom Finanzministerium zu uns gesagt hatte. Er meinte, es sei sehr wahrscheinlich, dass einige von uns später in Berlin leben würden (auch, wenn er vermutlich nur ein wenig Werbung für die Arbeit im Finanzministerium machen wollte, das laut eigener Aussage etwas überaltert ist) . Später im Zug meinte Anna-Lena passenderweise, sie habe das Gefühl, schon bald nach Berlin zurückzukommen. Als wäre dies definitiv kein Abschied für immer und wer weiß, vielleicht hat sie ja Recht damit. Vielleicht heißt es ja für ein paar von uns tatsächlich bald schon wieder „Berlin, here we go.“.

Anna Blum

Bildquelle: Deutscher Bundestag

   
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