Suche  

   

Bitte vormerken:


Mitglieder- versammlung des Fördervereins am 27. Juni um 19.00 Uhr im Aufenthaltsraum der Schule

   

Vamos a España – oder: eine Woche in Toledo und Madrid

Madrid 2011Für einige begann die Studienfahrt vom 10. Oktober bis zum 16. Oktober 2010 mit den beiden Lehrerinnen Frau Euba und Frau Roca-Röseler bereits in Neustadt oder Freiburg an Bus und Zug, vollständig waren wir schließlich am überschaubaren Basler Flughafen. Nach der Kofferaufgabe hatten wir noch ein bisschen Zeit bis zum Treffpunkt am Check-in, in der wir ziellos durch den Euroairport schlenderten und auch auf die Sizilien-Gruppe trafen.

Nach einem Nickerchen im easyjet-Flugzeug landeten wir schließlich auf spanischem Boden. Es folgte ein kilometerlanger Fußmarsch zur U-Bahn-Station. Samt (gefühlten) Tonnen von Gepäck und über endlose Treppen, in überfüllten und stickigen Zügen, erreichten wir Atocha Renfe. Auch dort galt es zu warten, anschließend jedoch zum 5 min später fahrenden Zug zu hetzen. Bereits verschwitzt und erschöpft erreichten wir Toledo, voller Vorfreude auf ein schönes weiches Bett. Diese Freude hielt genau so lange, bis wir feststellten, dass sich unsere Jugendherberge auf dem höchsten Berg Toledos befand. Als auch die letzte die den Weg abschließende Treppe erzwungen hatte und wir unsere Zimmer sichteten, waren wir nur noch überglücklich, denn die alte Burg war wunderschön und alle Anstrengungen hatten sich gelohnt. Als Gruppe gingen wir ins Zentrum, wo wir uns in Kleingruppen was zu essen und möglichst große Wasserflaschen zu erschwinglichen Preisen suchten. Danach ging es für den ein oder anderen in ein schnuckliges Pub, Angebot des Tages (und der folgenden Tage): Mojitos für 5€. Dank der Umstellung auf G8 und der daraus folgenden Herabstufung aller auf unter 18 Jahre, „durften“ wir uns schon um 12 Uhr in die Jugendherberge begeben. Wir danken an dieser Stelle dem Kultusministerium Baden-Württemberg für seine wenig weisen und sinnvollen Entscheidungen, die uns immer wieder Freude bereiten.

Nach dem Frühstück um 7 Uhr ging es auf zur Besichtigungen der Kulturstadt im Herzen Spaniens. Vier Gotteshäuser drei verschiedener Religionen standen auf dem Programm, das Mittagessen jedoch fehlte (Zitat Frau Euba: „Während der Schulzeit essen wir mittags auch nichts.“). Am Abend konnten wir keinen vernünftigen Gedanken mehr fassen (Kulturschock) und auch einen Fuß vor den anderen zu setzen fiel uns äußerst schwer. Jeder klagte über sämtliche Gelenkschmerzen, entstanden aufgrund der steilen Straßen, die wir zur Genüge rauf und runter marschiert waren. Mit letzter Kraft schafften wir es zu unserer abendlichen Sangría, die wie viele andere Dinge (unter anderem „Omas Kräuterschnaps“) aufs Haus ging.

Früh am nächsten Morgen zogen wir los in Richtung Madrid. Runter lief sich der Berg der Jugendherberge doch viel leichter! Nach weiteren Kilometern durch das Madrider U-Bahn-Netz erreichten wir das „Barrio sin ley“ (etwa: Ghettoviertel), in dem auch unsere Jugendherberge lag. Die Aufteilung der Zimmer ging recht schnell: 2er Zimmer für die Lehrerinnen, 2er Zimmer für die Jungs und 8er und 10er Zimmer für die Mädels. Die Zimmer zeichneten sich unter anderem durch folgende Merkmale aus: ein 30 x 50 cm kleines, vergittertes Fenster und ein weiteres Fenster zum Gang, zwei Klos im Waschraum, wobei die eine Tür nicht verschließbar war, zwei Duschen, deren Vorhänge bei Benutzung hochflatterten, ein großer Spiegel (für 9 Mädels!!!), die Gefahr von Wasser an der Wand bei Regen, Licht morgens erst ab 8 Uhr (bei Aufstehzeiten um etwa 6 Uhr), juckreizverursachende Matratzen (nähere Infos bei Michelle und Mayleen) und unzählbare Schimmelflecken. Nach Festellung dieser Mängel unternahmen wir unseren ersten Stadtrundgang in der Hauptstadt Spaniens, bei dem wir unter anderem die Plaza Mayor, Puerta del Sol, Palacio Santa Cruz, Mercado de San Miguel und den Palacio Real besuchten. Voller Vorfreude kauften wir für das Abendessen (Spaghetti mit Tomatensauce und Käse) ein, das wir in der Küche der Jugendherberge zubereiten wollten. Nach Feststellung, dass die Küche lediglich drei Messer und etwa zehn Gabeln aufwies, entschieden wir uns für Kochen in zwei Schichten. Als wir um zehn Uhr endlich beim Essen saßen und Frau Euba bereits die Unternehmungen des nächsten Tages plante, sprach uns Frau Roca-Röseler mit einem Satz aus der Seele: „Wir sind nicht alle so sportlich wie du, Nicole.“

bwd  Set 1/2  fwd

Den folgenden Tag begannen wir mit einem frühen Frühstück im Untergeschoss (keine Fenster!!!) der Jugendherberge und machten uns danach auf den Weg zum Museo del Prado. Nach einem kurzen Durchgang als Gruppe bekamen wir einige Zeit, uns selbst umzuschauen (die ein paar von uns nutzten, um den fehlenden Schlaf der letzen Nacht nachzuholen). Es folgte ein Besuch des Museo del Jamón (empfehlenswert für preiswerte lecker belegte Brötchen) und eine kleine Mittagspause, in der wir endlich unsere Postkarten kaufen konnten, die wir ausschließlich nachts würden schreiben können. Treffpunkt war der Platz vorm Palacio Real, zu dem zwar alle Schüler anwesend waren, nicht jedoch die Lehrerinnen. Die Führung durch den Palast überzeugte dann umso mehr. Geschlossen gingen wir zurück zur Puerta del Sol und hatten den restlichen Abend dann Zeit, uns für die Flamenco-Show fertig zu machen. Erneut waren zum Treffpunkt alle Schüler anwesend, nicht aber die Lehrerinnen. Gestylt und letzten Endes auch noch pünktlich erreichten wir das Lokal und genossen, was uns geboten wurde. Es folgte eine kurze Nacht aufgrund eines späten Zubettgehens und einem noch früheren Frühstücks als sonst schon, und so machten wir uns mehr oder weniger fit auf nach El Escorial. Da das Valle de los Caídos, welches wir am gleichen Tag besuchen wollten, wegen Renovierungsarbeiten geschlossen war, hatten wir den ganzen Tag Zeit, in den wunderschönen Klostergärten zu verweilen und uns zu sonnen. Den Abend konnte jeder nach eigener Gestaltung verbringen.

Schon bevor das Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía überhaupt geöffnet hatte, standen wir am Morgen vor den verschlossenen Toren. Daran schloss sich ein kurzer Spaziergang durch den Parque del Retiro an und eine Besichtigung der Puerta de Alcalá und der Plaza Cibeles. Darauf folgte der lang ersehnte erste freie Nachmittag der Woche. Die Aktivitäten an diesem Nachmittag gingen in die unterschiedlichsten Richtungen. Am Abend stand für viele Kofferpacken auf dem Plan, denn am letzten Morgen sollte es mal wieder früh losgehen.

Am Flughafen hatten wir eine Menge Glück, denn die charmanten Stewards drücken bei unseren übergewichtigen Koffern gerne mal ein Auge zu. Endlich im Flugzeug angekommen mussten wir doch lange bangen, ob wir überhaupt fliegen können, da die spanischen Fluglotsen wohl einen schlechten Tag hatten und zum Streik zeitweise nicht viel fehlte. Verkürzt wurde die Zeit durch Ablenkung der sympathischen Stewards, die erneut ihre Späßchen mit uns trieben.

Glücklich und erschöpft erreichten wir den Basler Flughafen und machten uns auf, die letzten Kilometer zu unseren Familien zu bezwingen. Wir blickten zurück auf eine stressige und anstrengende Woche, in der wir trotz allem sehr viel Spaß hatten und durchaus den ein oder anderen Muskelkater als Folge der unzähligen Lachkrämpfe ertragen mussten. Die erlebnisreiche Studienfahrt wird uns noch lange in guter Erinnerung bleiben. Wir danken unseren beiden tapferen Lehrerinnen, Frau Euba und Frau Roca-Röseler, die diese Woche ermöglichten und sicher auch so manchen schwierigen Moment mit uns durchstehen mussten.

Margarita Bäuerlein und Lena Fischer

   
© 2019 Kreisgymnasium Hochschwarzwald

Login für Lehrer